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Das Dekanat Ehingen-Ulm trauert um Diakon i.R. Werner Baur - Anwalt für Würde in der Arbeitswelt
Das katholische Dekanat Ehingen-Ulm trauert um den langjährigen Betriebs- und Notfallseelsorger Werner Baur. Er verstarb nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 85 Jahren am 16. Mai 2026 in Ehingen.
„Diakon Werner Baur war immer nah am Menschen“, würdigt Ulrich Kloos, Dekan des katholischen Dekanats Ehingen-Ulm, das vielfältige und leidenschaftliche Wirken des aus dem Bodenseekreis stammenden Diakons. Fast 30 Jahre war Baur in den Dekanaten Ehingen-Ulm, Biberach und Saulgau als Betriebsseelsorger im Einsatz. Die Ulmer Betriebsseelsorge ist die älteste Dienststelle dieser Art in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Seine berufliche Laufbahn begann Werner Baur nach einem Studium der Religionspädagogik als Religionslehrer und mit einem Teilauftrag in der Hotel- und Gaststättenseelsorge; durch die Betreuung des Ausbildungsnachwuchses knüpfte er an seine Herkunft aus einer Arbeiterfamilie an. Am 17. März 1974 wurde er in Augsburg zum Diakon geweiht.
Als Betriebsseelsorger begleitete Baur von 1978 an Menschen in Konflikten am Arbeitsplatz, unterstützte Suchtkrankenhelfer, gründete Selbsthilfegruppen für von Mobbing Betroffene und setzte sich besonders für jene ein, die oft übersehen wurden. Seine besondere Aufmerksamkeit galt Menschen mit Behinderung. Immer wieder nahm er auch öffentlich Stellung für Würde und Gerechtigkeit in der Arbeitswelt.
Eng mit Werner Baur verbunden ist der Aufbau der Fernfahrer-Seelsorge. Durch eigene Arbeitseinsätze als LKW- und Busfahrer verfeinerte er sein Gespür für die Realitäten dieser Berufsgruppen, baute Fahrer-Treffpunkte und eine Telefon-Hotline für „Trucker“ auf. Sein Einsatz wurde bundesweit zum Vorbild: Die Fernfahrer-Seelsorge ist inzwischen in der Betriebsseelsorge als Schwerpunkt ausgebaut worden.
Um die Jahrtausendwende begann Werner Baur zusätzlich mit dem Aufbau der Notfallseelsorge Ulm/Alb-Donau, zu deren langjährigen Wegbegleitern er zählte – auch über seinen Eintritt in den Ruhestand 2005 hinaus. In existenziellen Notlagen war er den Betroffenen, aber auch den Helferinnen und Helfern von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst nahe. Für sein Wirken wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz und mit dem „Ulmer Band“ ausgezeichnet.
„Werner Baur hat nicht von der Struktur her gedacht, sondern vom Menschen her“, sagt Dekan Ulrich Kloos. „Er hat mit der Betriebsseelsorge angefangen, weil er gesehen hat, dass es das braucht.“ Als einen Menschen, „der sich über Jahrzehnte mit außergewöhnlicher Hingabe den Sorgen, Krisen und Belastungen anderer widmete“, würdigt die Ulmer Notfallseelsorge ihren Mitgründer. „Sein Handeln war geprägt von Menschlichkeit, Respekt und der tiefen Überzeugung, Menschen niemals mit ihrem Schicksal alleine zu lassen.“ Die besondere „Anwaltschaft für die Schwachen und Benachteiligten, in der er sein Diakonat lebte“, unterstreicht die Ulmer Betriebsseelsorgerin Susanne Hirschberger. „Seine menschliche Wärme wird in unseren Herzen bleiben.“
Der Trauergottesdienst findet am Mittwoch, 27. Mai 2026 um 10.30 Uhr in St. Georg in Ulm statt, die Urnenbeisetzung später im kleinsten Kreis.
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Ausstellung zum Turiner Grabtuch in der Ulmer Wengenkirche
Spurensuche an einer Schnittstelle von Religion und Wissenschaft
Ulm. „Wer ist der Mann auf dem Tuch?“, fragt die erste in Deutschland präsentierte Ausstellung zum Turiner Grabtuch. Die Wanderausstellung, die in den deutschsprachigen Ländern bereits viele Tausend Besucherinnen und Besucher beeindruckt hat, ist vom 22. April bis 7. Juni 2026 in Ulm zu sehen. Führungen mit lokalem Bezug, ein Vortrag und ein meditatives Kunstprojekt begleiten die Präsentation.
Kernstücke der Ausstellung sind das Turiner Grabtuch in einer originalgroßen Kopie und eine dem Abdruck des Tuches entsprechende Figur in Lebensgröße. Das Tuch ist ein 4,40 Meter langes und 1,13 Meter breites Leinentuch mit einem angenähten Saum. Es ist ein kostbares Tuch, in einem aufwändigen Fischgrät-Muster gewebt. Auf dem Tuch sieht man in voller Länge das Abbild eines Mannes in Vorder- und Rückansicht. Bis heute gibt es nur Theorien darüber, wie das Tuch entstanden ist. Handelt es sich um ein echtes Grabtuch? Und wenn ja, wen umhüllte es?
Besonders als Negativaufnahme entfaltet das Turiner Grabtuch eine besondere Wirkung. Hans und Sophie Scholl, zum Beispiel, zentrale Figuren der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ gegen den Nationalsozialismus, waren ergriffen von diesem Bild des Gekreuzigten, in dem sie die Leiden ihrer Zeit gespiegelt sahen.
Die Ausstellung macht es sich zur Aufgabe, Wissen und Glauben in ansprechender Weise zu verbinden. Bibeltexte zu Leiden und Kreuzigung Jesu Christi, wissenschaftliche Untersuchungen, traumatologische Erkenntnisse zum Grabtuch und historische Forschungen verdichten sich zur Annahme, dass der „Mann auf dem Tuch“ Jesus von Nazareth gewesen sein könnte und dieses Tuch seinen Leichnam umhüllte.
25 Stelen, 7 Exponate und ein Film laden die Besucher zu einer Spurensuche ein: Die Ausstellung, die von den Maltesern konzipiert und inhaltlich mit der Erzdiözese Turin abgestimmt wurde, dokumentiert die Geschichte des Tuches, die naturwissen-schaftlichen Erkenntnisse um Wunden und Echtheit - versehen mit biblischen Bezügen und die einmalige Gelegenheit, Religion und Wissenschaft erfahrbar zu machen. Ausstellungsstücke, wie die Dornenhaube und Nägel, die zur damaligen Zeit bei einer Kreuzigung verwendet wurden, bieten Anregung zur Diskussion.
Ein Audioguide, der sich über einen QR-Code am Smartphone abrufen lässt, unterstützt die Wissensvermittlung. Ebenfalls über QR-Codes stehen Übersetzungen in Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch zur Verfügung.
INFO:
Die Ausstellung zum Turiner Grabtuch ist vom 22. April bis 7. Juni 2026 in der Kirche St. Michael zu den Wengen, Wengengasse 10, in Ulm zu sehen.
Öffnungszeiten: Sonntag von 13.00 bis 18.00 Uhr, Montag – Samstag von 10.00 bis 18.00 Uhr. Eintritt frei, auch für Führungen und Begleitprogramm.
Programm:
• Mittwoch, 22. April, 18.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellung im Rahmen einer Wortgottesfeier. Mit Einführung durch die Kuratorin Sophie von Bechtolsheim.
• Dienstag, 28. April, 18.00 Uhr: Kunstprojekt: „Herr, dein Angesicht suche ich.“
Der Stuttgarter Künstler Prof. Dieter Groß malt während einer Andacht das Antlitz Jesu, inspiriert vom Grabtuch von Turin und dem Schleier von Manoppello.
• Montag, 11. Mai, 19.00 Uhr: Vortrag: „Die drei Tücher vom Grab: Oviedo, Turin, Manoppello.“
Sr. Petra-Maria Steiner, Vita Communis Waiblingen
Führungen:
Das Turiner Grabtuch und die Weiße Rose. Führungen durch die Ausstellung zum Turiner Grabtuch in der Ulmer Wengenkirche (ca. 60 Minuten).
• Samstag, 2. Mai, 14.30 Uhr
• Dienstag, 5. Mai, 17 Uhr
• Donnerstag, 28. Mai, 14 Uhr
Der Theologe und Historiker Dr. Oliver Schütz, Leiter der Katholischen Erwachsenen-bildung Ulm-Alb-Donau, stellt Hintergründe und die Bedeutung vor, die das Turiner Grabtuch für Hans und Sophie Scholl hatte.
Rückfragen zum Programm bitte an Ulrike.Schonhardt(at)drs.de
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